Ab 2016 wird es keine regelmäßigen Termine des Kinotreffs mehr geben. Die Veranstalterinnen wollen sich nicht mehr durch feststehende Termine binden, sondern aus Lust und Interesse Filme und andere Aufführungen organisieren. Das heißt, in loser Folge können Veranstaltungen stattfinden, die auf dieser Seite bekannt gegeben werden. Wenn jemand selbst eine Veranstaltung anbieten und organisieren möchte, unterstützen wir das gern: Meldet Euch einfach bei uns unter „Kontakt“.

Danke für Eure Treue in den bisherigen 19 Jahren!

11.12.2015       20 Uhr

Abschied

von

Matjora

UdSSR 1983 (OmU), Regie: Elim Klimow, 107 min

 

Das auf einer Insel gelegene Dorf Matjora soll geräumt werden, weil der Fluss durch ein neues Wasserkraftwerk aufgestaut wird, was zur Überschwemmung des Dorfes führt. Die Bewohner, die ihrer Heimat und ihren Traditionen verbunden sind, leiden unter der Zwangsumsiedlung. Eine von ihnen ist die alte Darja, die hier ihr ganzes Leben verbracht hat.

Ein melancholischer und philosophischer Film nach dem Buch von Valentin Rasputin

Eintrittsspende: 5 Euro

 

18. 9. 2015     –      20 Uhr (geöffnet ab 19 Uhr)

The End

Buch/Regie: Ted Evans, UK 2011, 24 min

In diesem Film thematisiert Ted Evans die Einführung des Cochlea Implantats in Großbritannien und die Folgen für die Gehörlosenkultur. Ein gewaltiger Film, der reale Szenen, Interviews und Fiktion wirkungsvoll montiert. Mehrfach preisgekrönt.

                                                                The end

Dragon

People

Dokumentarfilm von Rosa Rogers, UK, 2006, 24 min

Die Fotografin Louise Gibson reist nach China, um den „Drachenmenschen“ zu begegnen. So nennt man dort gehörlose Menschen. Gleichzeitig beschreibt der Film den ökonomischen Aufstieg des Landes. Werden die Drachenmenschen daran teilhaben?

 

Beide Filme leider nur mit englischen UT!!!

Eintrittspende: 5 Euro

www.kinotreff.wordpress.com   Reservierung: kinotreff@gmx.de

AUSVERKAUFT! Es gibt eine 2. Aufführung um 23.30 Uhr (ohne Diskussion)!
Bitte reservieren: kinotreff@gmx.de

8.5. 2015, 20 Uhr
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser
und des Kinotreffs

Film mit anschließender Diskussion und Gästen, DGS-Dolmetscherin anwesend
Plemya

Plemya – The Tribe

UKRAINE/NIEDERLANDE 2014, 132 MIN., DCP, STUMM/GEBÄRDENSPRACHE, FARBE, EMPFOHLEN AB 18 JAHREN
REGIE, DREHBUCH: Myroslav Slaboshpytskiy, MIT: Grigoriy Fesenko, Yana Novikova, Rosa Babiy, Alexander Dsiadevich, Yaroslav Biletskiy, Ivan Tishko, Alexander Osadchiy, Alexander Sidelnikov

Der Schein eines geordneten Schulbetriebs lässt sich in diesem ukrainischen Internat für Gehörlose nur kurze Zeit aufrechterhalten. Hinter der offiziellen pädagogischen Kulisse wird die Schule von einer skrupellosen Gang kontrolliert, welche jedem Schüler ihren Platz in einem ausgeklügelten Wirtschaftssystem vom Stofftierverkauf bin hin zum Menschenhandel zuweist. Die Mädchen verkaufen ihre Körper, die Jungs setzen ihre als Waffe ein, und wer nicht spurt, hat kaum Überlebenschancen. Der Neuankömmling Sergey lernt schnell und arbeitet sich nach oben, bis ihm die Gefühle für seine Mitschülerin Anna in die Quere kommen.
Es ist ein düsteres Bild der postsowjetischen ukrainischen Gesellschaft, das der 40-jährige Slaboshpytskiy zeichnet: Uniformen und pädagogische Rituale sind die Embleme einer staatlichen Ordnung, welche die kriminellen Strukturen nicht einmal mehr ansatzweise kaschieren. Der explosiven kriminellen Dynamik setzt Slaboshpytskiy eine zurückhaltend beobachtende Kamera entgegen, welche die haarsträubenden Missstände stoisch protokolliert. Und da ist noch etwas: Alle Figuren und deren Darsteller sind gehörlos und kommunizieren ausschliesslich in Gebärdensprache. Auf Untertitel wird bewusst verzichtet, und so sind für einmal wir, die Normalhörenden, diejenigen, welche nichts hören – und doch jedes Wort verstehen. PLEMYA – THE TRIBE gewann in der Semaine de la Critique in Cannes 2014 den Grossen Preis und gehört zu den erfolgreichsten (und härtesten) Festivalfilmen des Jahres 2014. Seine Oscar-Kandidatur für den besten fremdsprachigen Film scheiterte trotz internationalem Erfolg am nationalen Nominationskomitee. Eine aus politischer Sicht nachvollziehbare Entscheidung, welche die subversive Kraft dieses Films nur unterstreicht.
Reto Bühler

(Eintritt: 5 Euro)

Publikkumsdiskussion am 8.5. mit Tomas Vollhaber in der Moderation

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13. 3. 2015
20 Uhr, mit kleinem Buffet

Am/
anderen/
Ufer/

Ein georgischer Spielfilm

Ein zwölfjähriger Junge lebt mit seiner Mutter in einer Hütte nahe der georgischen Hauptstadt Tiflis.
Beide sind aus Abchasien geflüchtet, als der Junge vier Jahre alt war. Seinen Vater mussten sie zurücklassen, weil er krank war. Das wenige Geld, das er verdient, gibt er der Mutter, damit sie nicht zu Männern gehen muss. Als er sieht, dass die Mutter einen Liebhaber hat, verkraftet er das nicht und will zu seinem Vater nach Abchasien zurückkehren. Man rät ihm, nicht georgisch zu sprechen, weil das zu gefährlich für ihn ist. Abchasisch kann er nicht sprechen. Also stellt er sich taubstumm, damit er sicher ist, eine Art „Deaf safeness“.
Er macht viele Erfahrungen auf seiner Reise, zum Beispiel ist es nicht überall besser, wo man nicht ist.

Ein großartiger, intensiver Film – unbedingt ansehen!

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Frühe Animationsfilme von
Jan Svankmajer

VorFilm: Computeranimation in DGS
„Rotkäppchen, Dackel und der Wolf“
Regie: Britt Dunse, zusammen mit gehörlosen Schülern aus Berlin

Die Kurzfilme des tschechischen surrealistischen Filmemachers und Objektkünstlers Jan Svankmajer sind mutig und überraschend, immer auch ein wenig unheimlich, weil er das Heimliche so deutlich zeigt und übertreibt.
In einem Film treffen sich Hand und Auge in einem engen Raum. Was machen sie miteinander?

Eintritt: 5 Euro (inkl. kleinem Büffet)