Mai 2015

AUSVERKAUFT! Es gibt eine 2. Aufführung um 23.30 Uhr (ohne Diskussion)!
Bitte reservieren: kinotreff@gmx.de

8.5. 2015, 20 Uhr
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser
und des Kinotreffs

Film mit anschließender Diskussion und Gästen, DGS-Dolmetscherin anwesend
Plemya

Plemya – The Tribe

UKRAINE/NIEDERLANDE 2014, 132 MIN., DCP, STUMM/GEBÄRDENSPRACHE, FARBE, EMPFOHLEN AB 18 JAHREN
REGIE, DREHBUCH: Myroslav Slaboshpytskiy, MIT: Grigoriy Fesenko, Yana Novikova, Rosa Babiy, Alexander Dsiadevich, Yaroslav Biletskiy, Ivan Tishko, Alexander Osadchiy, Alexander Sidelnikov

Der Schein eines geordneten Schulbetriebs lässt sich in diesem ukrainischen Internat für Gehörlose nur kurze Zeit aufrechterhalten. Hinter der offiziellen pädagogischen Kulisse wird die Schule von einer skrupellosen Gang kontrolliert, welche jedem Schüler ihren Platz in einem ausgeklügelten Wirtschaftssystem vom Stofftierverkauf bin hin zum Menschenhandel zuweist. Die Mädchen verkaufen ihre Körper, die Jungs setzen ihre als Waffe ein, und wer nicht spurt, hat kaum Überlebenschancen. Der Neuankömmling Sergey lernt schnell und arbeitet sich nach oben, bis ihm die Gefühle für seine Mitschülerin Anna in die Quere kommen.
Es ist ein düsteres Bild der postsowjetischen ukrainischen Gesellschaft, das der 40-jährige Slaboshpytskiy zeichnet: Uniformen und pädagogische Rituale sind die Embleme einer staatlichen Ordnung, welche die kriminellen Strukturen nicht einmal mehr ansatzweise kaschieren. Der explosiven kriminellen Dynamik setzt Slaboshpytskiy eine zurückhaltend beobachtende Kamera entgegen, welche die haarsträubenden Missstände stoisch protokolliert. Und da ist noch etwas: Alle Figuren und deren Darsteller sind gehörlos und kommunizieren ausschliesslich in Gebärdensprache. Auf Untertitel wird bewusst verzichtet, und so sind für einmal wir, die Normalhörenden, diejenigen, welche nichts hören – und doch jedes Wort verstehen. PLEMYA – THE TRIBE gewann in der Semaine de la Critique in Cannes 2014 den Grossen Preis und gehört zu den erfolgreichsten (und härtesten) Festivalfilmen des Jahres 2014. Seine Oscar-Kandidatur für den besten fremdsprachigen Film scheiterte trotz internationalem Erfolg am nationalen Nominationskomitee. Eine aus politischer Sicht nachvollziehbare Entscheidung, welche die subversive Kraft dieses Films nur unterstreicht.
Reto Bühler

(Eintritt: 5 Euro)

Publikkumsdiskussion am 8.5. mit Tomas Vollhaber in der Moderation

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